Heimatkochbuch erstellen
So isst euer Ort: Sammelt die Rezepte, die es nur bei euch gibt, und macht ein gedrucktes Buch daraus — bevor es niemanden mehr gibt, den man fragen kann.
In Kürze
- Mitglieder tragen ihre Rezepte selbst ein — handschriftliche Einsendungen kann die KI erkennen.
- Mundartnamen, überlieferte Rezepte werden erhalten und die Namen der Beitragenden bleiben im Buch stehen.
- Kostenlos bis zum Druck; verkauft werden kann das Buch im Ort meist von allein.
Ortsküche verschwindet leise
Kein Rezept geht mit einem Knall verloren. Es steht irgendwann nur noch auf einer Karte, die niemand mehr findet, und der Mensch, der es auswendig konnte, ist nicht mehr da. Alte Küchen-Traditionen verblassen.
Karteikarten in der Schublade
Das meiste steht handschriftlich auf vergilbten Karten, in Schulheften oder auf der Rückseite eines Kalenderblatts — an einem einzigen Ort, ohne Kopie.
Nur noch eine Generation weit
Vieles ist nie aufgeschrieben worden. Es existiert im Kopf von ein paar Menschen, und mit jedem Jahr wird die Liste derer kürzer, die man fragen kann.
Mundart geht zuerst verloren
Die Namen der Gerichte, die kleinen Kniffe: genau das, was ein Rezept zu einem Ortsrezept macht, gehört bewahrt.
Die Chronik wird nicht benutzt
Eine Ortschronik wird einmal gelesen und zurückgestellt. Ein Kochbuch liegt in der Küche, bekommt Flecken und wird weitergegeben — es bewahrt, indem es benutzt wird.
Was in so einem Buch steht
Nicht nur Zutaten und Arbeitsschritte. Bei jedem Rezept steht, von wem es kommt — auf Wunsch mit Foto und der Geschichte dahinter.
Nach Ortsteilen
Jedes Dorf, jeder Weiler ein eigenes Kapitel. Macht sichtbar, wie unterschiedlich dasselbe Gericht drei Kilometer weiter zubereitet wird.
Nach dem Festkalender
Kirchweih, Erntedank, Fastenzeit, Allerheiligen, Weihnachten. Ordnet das Buch so, wie das Jahr im Ort tatsächlich verläuft.
Nach Gängen
Die schlichte Variante, wenn die Sammlung breit gestreut ist: Suppen, Hauptgerichte, Gebäck, Eingemachtes.
Wer nicht tippt, wird trotzdem gehört
Der häufigste Einwand bei Heimatvereinen: die interessantesten Rezepte liegen bei Mitgliedern, die kein Smartphone benutzen. Das ist gelöst, indem es zwei Wege gibt — Einladungslink für alle, die selbst eintragen möchten, und ein Zettel für alle anderen, den jemand aus dem Verein abfotografiert & importiert. Für die Sammlung macht es keinen Unterschied, aus welchem der beiden Wege ein Rezept kommt.
Wer ein Heimatkochbuch herausgibt
- Heimat- und Geschichtsvereine
- Landfrauen und Landjugend
- Bürger- und Verschönerungsvereine
- Trachten- und Brauchtumsvereine
- Kirchengemeinden und Pfarrgemeinderäte
- Dorfgemeinschaften und Ortsvereine
Oft entsteht so ein Buch gemeinsam: Der Heimatverein sammelt, die Landfrauen kochen die Rezepte zur Probe, die Gemeinde legt Exemplare im Rathaus aus.
So läuft es ab
Von der ersten Einladung bis zum Buch im Ortsarchiv
1. Einladen
Versende den Einladungslink an Mitglieder, Eltern und Förderer. Keine Registrierung nötig.
2. Sammeln
Alle bringen ihre Lieblingsrezepte ein. Mit Fotos, Geschichten und persönlichen Notizen.
3. Drucken & Verkaufen
Wir drucken das Kochbuch professionell. Ihr verkauft es und füllt damit die Vereinskasse.
Was es kostet — und was hängen bleibt
Bis zum Druck kostet das Projekt nichts. Die Auflage gibt es ab 13,99 €, und die Druckkosten sinken mit der Stückzahl.
Verkauf im Ort
Dorffest, Heimatmuseum, Pfarrbüro, der Buchhandel vor Ort: Ein Heimatkochbuch verkauft sich dort, wo die Menschen wohnen, über die es handelt. Was über den Druckkosten liegt, bleibt beim Verein.
Kein Vorkasse-Risiko
Sammeln und Gestalten sind kostenlos, die PDF-Vorschau auch. Damit sammelt ihr Vorbestellungen ein und bestellt genau diese Menge. Bezahlt wird die Auflage im Voraus — der Verein legt aber nur aus, was bereits zugesagt ist.
Keine Angst vor dem Finanzamt
Das deutsche Steuerrecht fördert das Ehrenamt aktiv. Die wichtigsten Eckpunkte für den Buchverkauf — Stand 2026.
Ideeller Bereich vs. wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerfrei. Der Buchverkauf ist eine Gegenleistung und zählt zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb — das ist normal und kein Grund zur Sorge.
50.000 € Freigrenze (ab 2026)
Bleiben die Bruttoeinnahmen aller wirtschaftlichen Tätigkeiten im Jahr unter 50.000 €, fallen weder Körperschaft- noch Gewerbesteuer an. (Bis Ende 2025: 45.000 €.) Das bedeutet: keine Steuer auf den Bucherlös, solange ihr unter dieser Grenze bleibt.
Umsatzsteuer: Kleinunternehmerregelung & 7 %
Unter 25.000 € Vorjahresumsatz greift die Kleinunternehmerregelung — keine Umsatzsteuer. Und selbst darüber gilt für gedruckte Bücher der ermäßigte Satz von 7 %, nicht 19 %.
Ansparen erlaubt
Bis 100.000 € Jahresgesamteinnahmen entfällt die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung — der Erlös darf rechtssicher für größere Projekte angespart werden.
Wichtiger Hinweis: Diese Zusammenfassung dient ausschließlich der allgemeinen Information, bezieht sich auf die Gesetzeslage in Deutschland und ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Sie ersetzt nicht die individuelle Prüfung durch einen Steuerberater oder Kassenprüfer.
Häufige Fragen zum Heimatkochbuch
Kostenlos bis zum Druck
Sammeln, gestalten und Vorschau kosten nichts. Bezahlt wird erst, wenn ihr den Druck beauftragt.
Vollständige PDF-Vorschau
Vor der Bestellung seht ihr jede einzelne Seite des fertigen Buches — keine Überraschung im Briefkasten.
Produktion 4–5 Werktage
Nach der Freigabe wird gedruckt und versendet, der Versand dauert i.d.R. weitere 1–2 Werktage.
Fangt an, solange ihr noch fragen könnt
Projekt anlegen, Einladungslink verteilen, sammeln. Kostenlos bis zum Druck.
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