Die Spezialisten unter den Foodblogs.

Große Rezeptportale können alles ein bisschen. Diese zwölf Blogs können eine Sache richtig gut – vom Familienessen unter der Woche bis zum Sauerteigbrot am Sonntag.

Warum Nischen-Blogs oft die besseren Antworten haben

Wer „schnelles Abendessen“ googelt, bekommt zwei Millionen Treffer. Wer ein glutenfreies Brot braucht, das nicht nach Pappe schmeckt, braucht keine zwei Millionen Treffer – sondern einen Menschen, der seit zehn Jahren nichts anderes backt.

Die großen Allrounder der deutschen Blog-Szene haben wir bereits in unseren Top 10 Foodblogs vorgestellt. Heute geht es um die Spezialisten: Blogs, die ein konkretes Problem lösen und dafür in ihrer Nische zur ersten Adresse geworden sind.

Wenn alle am Tisch satt werden sollen

1. Familienkost

Familie

Jenny Böhme ist Fachberaterin für Säuglings- und Kinderernährung, Mutter von drei Kindern – und genau so liest sich ihr Blog. Über 1.500 Rezepte, die ohne Extrawurst am Familientisch funktionieren, vom Beikost-Start bis zum Teenager-Hunger. Das eigentliche Pfund ist aber der kostenlose Wochenplaner: Rezepte zusammenklicken, fertig ist die Einkaufsliste.

❤️ Must Try: Der Wochenplan mit automatischer Einkaufsliste.

familienkost.de

2. Emmi kocht einfach

Alltagsküche

Christiane Prolic – alle nennen sie Emmi – kocht in Köln zwischen Job, Familie und Blog. Ihr Versprechen seit 2017: Rezepte ohne Schnickschnack, die beim ersten Versuch klappen. Dass daraus mehrere Spiegel-Bestseller wurden, wundert niemanden, der ihre Ofengerichte einmal nachgekocht hat.

❤️ Must Try: Die Rubrik „Sehr beliebte Rezepte“ – ein ehrlicher Einstieg.

emmikochteinfach.de

Genuss trotz Unverträglichkeit

3. KochTrotz

Flexi-Rezepte

Steffi Grauer-Stojanovic hat aus eigener Betroffenheit ein System gemacht: „Flexi-Rezepte“ mit Tausch-Zutaten. Jedes Rezept listet Alternativen für glutenfrei, laktosefrei, histaminarm, eifrei oder nussfrei. Wer mit mehreren Unverträglichkeiten gleichzeitig jongliert, findet im deutschsprachigen Raum nichts Vergleichbares.

❤️ Must Try: Die glutenfreien Brot-Grundrezepte.

kochtrotz.de

4. Freiknuspern

Glutenfrei

Fabienne backt glutenfrei, laktosefrei und ohne raffinierten Zucker – und zwar so, dass Gäste den Unterschied nicht bemerken. Mehr als 1.300 Beiträge, viele davon zusätzlich vegan, fructosearm oder eifrei. Wer nach einer Zöliakie-Diagnose denkt, Kuchen sei Geschichte, sollte hier zuerst vorbeischauen.

❤️ Must Try: Die glutenfreien Torten für Geburtstage.

freiknuspern.de

5. Olivers glutenfreie Rezepte

Backen

Oliver Welling ist gelernter Bäcker, Konditor und Lebensmitteltechniker – in dieser Liste wohl der Einzige mit Meisterbrief statt Blogger-Werdegang. In der Zöliakie-Community gelten seine „Backwelt“-Bücher als Standardwerk, weil er komplett auf Xanthan und Flohsamenschalen verzichtet. Der Blog selbst wird gerade überarbeitet – wer druckreife Rezepte will, greift ohnehin eher zu seinen Büchern.

❤️ Must Try: „Olivers glutenfreie Backwelt“, Teil 1 und 2.

olivers-glutenfreie-rezepte.de

6. Rezepte Glutenfrei

Hefeteig

Tanja bloggt seit 2016 und hat daraus fünf Kochbücher, eine eigene Rezept-App und eigene Backmischungen gemacht. Besonders wertvoll ist ihre Hefeteig-Schule: Glutenfreier Hefeteig gilt als Königsdisziplin, weil ihm das stützende Klebereiweiß fehlt. Ihre Backkurse sind meist in Minuten ausgebucht, die Video-Anleitungen auf dem Blog kommen aber nah heran.

❤️ Must Try: Die Hefeteig-Schule für den ersten glutenfreien Pizzateig.

rezepte-glutenfrei.de

Brot, Sauerteig & Fermente

7. Plötzblog

Brot

Lutz Geißler war Geologe, bis ihn das Brot nicht mehr losließ. Seit 2009 ist sein Blog die Referenz fürs Brotbacken: kaum Hefe, viel Zeit, Teige reifen gern 24 Stunden und länger. Die wohl größte Sammlung an Brotrezepten und Backwissen auf Deutsch.

❤️ Must Try: Die Einsteiger-Tipps, bevor du das erste Mehl anrührst.

ploetzblog.de

8. Der Brotdoc

Brot

Björn Hollensteiner ist Hausarzt im Münsterland und backt seit 2011 gegen schlechtes Baguette an. Seine Rezepte setzen auf lange Teigführung – das schmeckt man, und bekömmlicher ist es obendrein. Bodenständig, gelingsicher, mit ärztlicher Gründlichkeit dokumentiert.

❤️ Must Try: Seine „Heimatbrote“ aus deutschen Regionen.

brotdoc.com

9. Wilde Fermente

Fermentation

Barbara Hosfeld ist Biologin, und das merkt man ihrem Blog an: Sie erklärt nicht nur, wie Sauerkraut, Kimchi und fermentierte Hot Sauce gelingen, sondern auch, was die Milchsäurebakterien im Glas eigentlich treiben. Dazu ehrliche Fehleranalysen und eine aktive Community von über 2.000 Fermentistas.

❤️ Must Try: Die schnellen Radieschen-Fermente für den Einstieg.

wildefermente.de

Regional & wie bei Oma

10. Oma Kocht

Tradition

Über 900 getestete Rezepte aus einer Zeit, in der noch niemand von Superfoods sprach. Senfeier, Schmorgerichte, Sonntagsbraten – alte Gerichte, so aufgeschrieben, dass sie in einer heutigen Küche zuverlässig gelingen.

❤️ Must Try: Die fast vergessenen DDR- und Nachkriegsklassiker.

oma-kocht.de

11. Volkermampft

Heimatküche

Volker sammelt Heimatküche mit System: In seiner Reihe zur deutschen Küche stehen 36 Gerichte aus allen Regionen nebeneinander, von Ostfriesland bis ins Allgäu. Dazu organisiert er Koch-Events, bei denen Dutzende Blogs eine Länderküche erkunden.

❤️ Must Try: Die Übersicht „Heimatküche aus Deutschland“.

volkermampft.de

12. Einfach Malene

Norddeutsch

Norddeutsch, unkompliziert, bodenständig: Malene kocht Hausmannskost ohne Umwege. Wer wissen will, wie Birnen, Bohnen und Speck wirklich gehen, ist hier besser aufgehoben als bei jedem Portal.

❤️ Must Try: Die norddeutschen Klassiker aus ihrer Rezeptübersicht.

einfachmalene.de

Und falls beim Lesen dieser Kategorie der Gedanke aufkommt, dass die besten traditionellen Rezepte gar nicht im Internet stehen, sondern in Omas Küchenschublade: Wie du handgeschriebene Rezepte rettest und digitalisierst, haben wir an anderer Stelle ausführlich aufgeschrieben.

Vom Nachkochen zum eigenen Rezept

Wer lange genug in solchen Blogs unterwegs ist, kocht irgendwann nicht mehr nur nach: Aus dem Sauerteig-Wissen wird ein eigenes Hausbrot, aus hundert Familienessen die Nudelsoße, nach der deine Kinder verlangen. Genau diese selbst entwickelten Rezepte verdienen mehr als einen Zettelkasten: Ein eigenes Kochbuch.

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