Für gedruckte Kochbücher

Rezepte fotografieren — für den Druck, nicht für Instagram

Foodblogs brauchen Fotos, die auf einem Display in einem Feed funktionieren. Ein gedrucktes Kochbuch stellt andere Anforderungen: Papier verzeiht keine Nachschärfung, Schatten laufen zu, und was am Handy scharf wirkt, kann auf A4 unscharf sein. Dieser Artikel geht nur auf den Druckfall ein.

Wie viele Pixel der Druck wirklich braucht

BuchformatEmpfohlene Pixelentspricht
DIN A4 (21 × 29,7 cm)1754 × 2480ca. 4.3 Megapixel
DIN A5 (14,8 × 21 cm)1236 × 1754ca. 2.2 Megapixel
Quadratisch (21 × 21 cm)1754 × 1754ca. 3.1 Megapixel

Diese Werte stammen aus unserer eigenen Druckvorstufe und gelten für großflächig platzierte Bilder. Zum Vergleich: Ein iPhone der letzten Jahre nimmt mit 12 Megapixel auf, eine Systemkamera mit 20 bis 24. Die Kamera ist also praktisch nie das Problem — der Verlust passiert auf dem Transportweg.

Drei Fehler, die erst im gedruckten Buch auffallen

1. Der Messenger-Umweg

Der mit Abstand häufigste Fehler. Ein Foto, das durch WhatsApp oder einen Gruppenchat gelaufen ist, hat oft weniger als ein Sechstel seiner ursprünglichen Pixel. Am Display sieht man das nicht, im Druck ist es matschig. Beitragende sollten Fotos direkt hochladen — oder, wenn es unbedingt der Messenger sein muss, als Datei senden.

2. Deckenlicht am Abend

Küchenlampen erzeugen einen Gelbstich und harte Schatten. Am Bildschirm gleicht das Auge das aus, auf Papier bleibt das Gelb. Fotografiert bei Tageslicht am Fenster — seitlich, nicht frontal. Das ist der einzige Tipp aus diesem Artikel, der wirklich einen sichtbaren Unterschied macht.

3. Zu eng geschnitten

Im Druck wird randlos gearbeitet, das heißt: Am Rand wird ein Streifen abgeschnitten. Wer den Teller exakt bis an die Bildkante legt, verliert ihn teilweise. Lasst rundherum etwas Luft — beim Layout lässt sich immer noch enger schneiden, andersherum nicht.

Das Fünf-Minuten-Setup

Für ein Familien- oder Vereinskochbuch braucht niemand ein Studio. Was tatsächlich reicht, sind vier Handgriffe — und der Unterschied zwischen einem Foto mit und ohne diese Handgriffe ist größer als der zwischen Handy und Spiegelreflexkamera.

  1. Ans Fenster stellen. Tageslicht von der Seite. Deckenlampe ausschalten, sonst mischen sich zwei Lichtfarben und das Bild wird fleckig.
  2. Hintergrund aufräumen. Ein Holzbrett, ein Geschirrtuch oder einfach der Tisch. Alles, was nicht zum Gericht gehört, aus dem Bild nehmen — Spülmittelflaschen fallen im Druck sofort auf.
  3. Von schräg oben fotografieren. Etwa im 45-Grad-Winkel für Teller mit Höhe, direkt von oben für flache Gerichte wie Pizza oder Auflauf.
  4. Drei Aufnahmen machen. Eine gerade, eine schräg, eine näher dran. Beim Layout habt ihr dann eine Wahl — und genau die fehlt sonst immer.
Ehrlicher Hinweis: Bei einem Gemeinschaftskochbuch werden nie alle Beitragenden gute Fotos liefern. Das ist kein Problem — Rezepte ohne Bild sehen im Layout ebenfalls gut aus, und ein Buch mit gemischter Bildqualität wirkt persönlicher als eines, in dem alles gleich aussieht. Zwingt niemandem ein Foto ab.

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Produktion 4–5 Werktage

Nach der Freigabe wird gedruckt und versendet, der Versand dauert weitere 1–2 Werktage.

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